2013
Der Aufzug, der nie fehlte
- Gerücht
- 20. Juli 2013
- Aufzüge laut Vertrieb
- 6
Im Juli 2013 ging eine Meldung um die Welt: Beim Intempo habe man die Aufzüge vergessen. Der Turm sei erst mit 20 Stockwerken geplant und dann auf 47 erhöht worden, ohne Platz für längere Schächte. El País hatte die Geschichte am 20. Juli verbreitet, Fachportale und Baupresse bis in die USA griffen sie auf.
Der Vertrieb nannte das „lächerlich“. Vertriebsleiter Rafael Ballesta sprach von sechs Aufzügen, drei pro Turm. Als Beleg dienten Schnittpläne des Statikbüros Florentino Regalado, Fotos der Aufzugstüren und Aufnahmen einer Fahrt bis in den 45. Stock. Hinter dem Gerücht steckte ein Herstellerwechsel von Orona zu Kone. Er erforderte eine zusätzliche Decke mit zwei Maschinenräumen.
Intempo →
Quellen: Dezeen, 2013 · Quartz, 2013 · Wikipedia ES – Intempo
2007–2021
Gold auf Zeit
- Baubeginn
- 2. Mai 2007
- Fertig
- Juli 2021
Der goldene Glanz, der den Rohbau jahrelang zum Blickfang machte, kam von einer Folie auf den Fensterscheiben. Sie spiegelte das Licht und verdunkelte die Räume. Während des langen Stillstands bekam der Turm einen Beinamen: „gigante dormido“, der schlafende Riese.
Erst als die Gesellschaft UNIQ übernahm und das Projekt ab 2019 überarbeiten ließ, ging es weiter. Im Juli 2021 war das Intempo fertig, gut 14 Jahre nach dem Baubeginn im Mai 2007.
Intempo →
Quellen: El Español, 2021 · El Independiente, 2021 · Wikipedia ES – Intempo
2022
Eine Möwe als Bauberaterin
- Türme in Benidorm
- 5, darunter Intempo und Neguri Gane
Der Architekt Roberto Pérez-Guerras besucht vor jedem Entwurf das Grundstück, am liebsten bei Sonnenaufgang. In Benidorm tauchte dabei eine Möwe auf. Weil Möwen hoch fliegen, stand für ihn fest: Der Bau muss sehr hoch werden. Das Intempo sieht er als Tür für alle, die ankommen, mit dem Diamanten als Krone. So erzählt es die Biografie „Construyendo fuertes“, 2022 im Intempo vorgestellt.
Nicht alles aus seinem Büro wurde gebaut. Für Benidorm entwarf Pérez-Guerras einen Turm, dessen oberste 20 Stockwerke sich drehen sollten, je nach Wunsch zum Meer, zum Berg oder zum Pool. Ebenfalls Papier blieb eine Moschee über dem Meer in Libyen, geplant als zweitgrößtes muslimisches Gotteshaus nach Mekka.
Intempo →Neguri Gane →
Quellen: Alicante Plaza – Pérez-Guerras · El Español, 2022 · Valencia Plaza – Pérez-Guerras
2010
Auf zwei Rädern über das Seil
- Start
- Tossal de La Cala
- Ziel
- Gran Hotel Bali
Im Oktober 2010 fuhr der Marokkaner Mustafa Danguir, genannt „Danger“, mit einem Motorrad über ein Stahlseil. Es war vom Tossal de La Cala bis zum Gran Hotel Bali gespannt. Die Fahrt brachte ihm einen Guinness-Rekord ein. Wie lang das Seil war und wie hoch es hing, darüber gehen die Angaben in den Quellen weit auseinander.
Gran Hotel Bali →
Quellen: Wikipedia EN – Gran Hotel Bali · Hespress, 2010 · El Ciudadano
seit 2003
924 Stufen bis zur Aussicht
- Stufen
- 924
- Rekord Männer
- 4:20 min (2016)
- Rekord Frauen
- 5:31 min
Seit 2003 rennen Läufer beim „Subida Vertical“ die Treppen des Bali hinauf: 924 Stufen über 52 Etagen, rund 190 Höhenmeter. Der Australier Paul Crake gewann die erste Ausgabe in 4:35 Minuten. Sein Rekord hielt elf Jahre, bis der Feuerwehrmann Ángel Llorens 2014 nach 4:33 oben war. 2016 schaffte der Deutsche Christian Riedl 4:20. Den Frauenrekord hält die Australierin Suzy Walsham mit 5:31.
Feuerwehrleute haben eine eigene Wertung. Sie laufen in voller Montur und mit Atemschutzgerät auf dem Rücken. Wer oben nicht mehr über Flasche und Maske atmet, wird disqualifiziert – Ankommen allein reicht also nicht.
Gran Hotel Bali →
Quellen: El Español, 2022 · Wikipedia EN – Gran Hotel Bali · Comunitat Valenciana – Subida Vertical
2002–2009
Schach, Kicker und Fallschirme
- Schachfestival
- seit 2002
- Base-Jump-WM
- seit 2009
Kaum eröffnet, wurde das Bali zur Sportbühne. Seit 2002 läuft hier ein internationales Schachfestival, jeden Mai kommt die spanische Tischfußball-Meisterschaft dazu. 2008 fand mit „Spain Base 08“ der erste Base-Jump-Wettbewerb am Hotel statt, seit 2009 startet hier jedes Jahr die Base-Jump-Weltmeisterschaft. Alicante Plaza nannte das Bali 2017 einen Pionier darin, Hochhaus und Sport zu verbinden.
Gran Hotel Bali →
Quellen: Wikipedia EN – Gran Hotel Bali · Wikipedia ES – Gran Hotel Bali · Alicante Plaza, 2017
1919–1929
Hafensteine vom Bali-Gelände
- Bau der Mole
- 1919–1929
- Transport
- Loren, von Tieren gezogen
Lange bevor dort ein 186-Meter-Hotel entstand, wurde in der Gegend Stein gebrochen. Für die Hafenmole, gebaut von 1919 bis 1929, holte man das Material aus einem Steinbruch nahe dem heutigen Gran Hotel Bali. Loren auf Schienen, von Tieren gezogen, brachten die Steine zum Hafen. In Betrieb war der Steinbruch bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
Gran Hotel Bali →
Quellen: Histobenidorm, 2014
1965
Konsuln für Lappland
- Aktion
- Operación Laponia
- Partner
- Finnair
- Ernennung
- 5. Juni 1965
Mit der „Operación Laponia“ warb Benidorm 1965 um Gäste aus dem Norden. Die Fluggesellschaft Finnair wählte dafür eine Familie aus Lappland aus, die Familie Nourgan. Am 27. Mai 1965 brach Bürgermeister Pedro Zaragoza von Alicante nach Helsinki auf. In Tracht und mit einem Schild „Wir fahren nach Benidorm“ reiste die Familie über Barcelona und Madrid ans Mittelmeer und kam am 3. Juni in Benidorm an.
Empfang und Abendessen gab es laut dem Lokalblog Astrolabio im Hotel Les Dunes, ein Mittagessen im Hotel Brisa. Beim Abschiedsessen am 5. Juni ernannte die Stadt die Gäste zu „Generalkonsuln Benidorms in Lappland“ und überreichte eine Plakette für das Konsulat; die Universität Alicante nennt Vater Hans als Ehrenkonsul. Gedacht war die Aktion als Werbung für einen Kongress finnischer Reisebüros, der im Oktober 1965 in Benidorm tagte.
Quellen: Universidad de Alicante – Pedro Zaragoza, Hito 11 · Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2013 · Miriam Ponce, Así se lee Benidorm (Universidad de Alicante), 2022
1963–2025
Delfine an der Wand
- Motiv
- vier Delfine
- Abriss
- Frühjahr 2025
Die vier geometrischen Delfine an der Nordfassade des Gran Hotel Delfín entwarf und malte 1963 der Hotelgründer Felipe Pastor selbst, früher Freskenmaler. Weil das Bild direkt auf die Wand gemalt war, ließ es sich nicht abnehmen. Als die Grupo Bahía das Hotel 2012 für 20 Jahre pachtete, musste sie zusagen, es zu erhalten.
Erhalten blieb auch eine Skizze mit Farbraster für eine Restaurierung. Im Frühjahr 2025 verschwand das Wandbild mit dem Abriss des Hotels. Der Bauherr des Gran Delfín, Goya Real Estate, kündigte an, das Delfinmotiv an den Neubau anzupassen.
Gran Delfín →
Quellen: Alicante Plaza, 2023 · Alicante Plaza, 2025 · Histobenidorm, 2015
2018–2022
Ein BMW zur Wohnung
- Wohnungen
- 39
- Rekordverkauf
- 2,8 Mio. € (2022)
Der Delfín Tower hat nur 39 Wohnungen, und zu jeder gehörte ein Elektroauto: ein BMW i3, dazu ein E-Bike derselben Marke. Ferienvermietung schließt das Statut der Gemeinschaft aus. Vermietet werden darf nur für mindestens sechs Monate. Im März 2022 wechselte hier eine 380 Quadratmeter große Wohnung für 2,8 Millionen Euro den Besitzer. Laut idealista war das der teuerste Wohnungsverkauf in der Geschichte Benidorms.
Delfín Tower →
Quellen: Alicante Plaza, 2018 · El Español, 2022 · idealista, 2022
2017
Ein Preisschild am Turm
- Höhe
- 140 m
- Fertig
- 2008
Kronos wurde 2008 fertig, doch fast zehn Jahre später war noch kaum eine Wohnung verkauft. 2017 bot die Sareb, die Abwicklungsgesellschaft für Bankimmobilien, sie als neu und nie bewohnt an. Der Vermarkter Activium hängte ein Schild an die Seite des 140-Meter-Turms, auf dem sogar der Preis einer Wohnung mit einem Schlafzimmer stand. Das wirkte. Binnen eines Jahres waren alle Einheiten verkauft. Im März 2018 meldete Alicante Plaza, dass 136 Wohnungen an einen englischen Fonds gehen sollten.
Edificio Kronos →
Quellen: Alicante Plaza, 2017 · Alicante Plaza, 2018
2016–2018
Curling am Mittelmeer
- Gemeinschaftsfläche
- über 13.000 m²
- Pools
- 3
Zwischen den beiden 92-Meter-Türmen von Sunset Drive in La Cala liegen über 13.000 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche: drei Pools, eine Bar im Wasser, ein Baumhaus für Kinder, Plätze für Padel, Tennis und Boule – und eine Curlingbahn. Ob darauf auf Eis oder auf Kunststoff gespielt wird, verrät der Prospekt des Bauträgers TM nicht.
Sunset Drive →
Quellen: TM Grupo Inmobiliario – Prospekt Sunset Drive
2020
Schwimmen im 26. Stock
- Bodenplatte
- 1,80 m
- Beton
- über 2.500 m³
Im Turm Benidorm Beach liegt ein 60 Quadratmeter großer Gemeinschaftspool im 26. Stock, darüber im 27. Wellness und Fitness. Der Bauträger Alibuilding bewirbt ihn als höchstgelegenen Pool eines Wohnhauses in Spanien.
Getragen wird der Turm von einer 1,80 Meter dicken Bodenplatte. Sie wurde am 15. Juni 2020 an einem einzigen Tag betoniert: über 2.500 Kubikmeter Beton aus rund 300 Mischerfahrten. „Die Wolkenkratzer kehren nach Benidorm zurück“, sagte Alibuilding-Direktor José Antonio Izquierdo dazu.
Benidorm Beach →
Quellen: Construnario, 2020 · Alicante Plaza – Baubeginn Benidorm Beach
2025
Sterne gucken im 63. Stock
- Geplante Höhe
- 230 m
- Last auf dem Fundament
- 85.000 t
Ganz oben im künftigen TM Tower, im 63. Stock, ist eine Skybar mit Sternwarte geplant, entwickelt mit dem Wissenschaftsmuseum MUDIC. Vorgestellt wurde der Turm am 18. September 2025 vor laut TM fast 400 Gästen. Zum Abschluss zeichnete eine Drohnenshow seine Silhouette in den Himmel. Für das Fundament rechnet TM mit einer Last von 85.000 Tonnen. Das entspreche etwas mehr als acht Eiffeltürmen, erklärte Raquel Nadal von TM im Mai 2026.
TM Tower →
Quellen: TM Grupo Inmobiliario, 2025 · El Debate, 2026
2007
Nummer drei, aber ganz oben
- Höhe
- 158 m
- Spitze über dem Meer
- 237 m
Mit 158 Metern ist die Torre Lúgano nur das dritthöchste fertige Gebäude der Stadt. Ihr Sockel liegt aber 82 Meter über dem Meer am Hang der Sierra Helada. So erreicht ihre Spitze 237 Meter über dem Wasser, den höchsten Punkt der ganzen Skyline. Dabei braucht der Turm wenig Boden: Sein Grundriss misst 48 mal 13 Meter, auf einem Grundstück von fast 60.000 Quadratmetern.
Torre Lúgano →
Quellen: CTBUH – Torre Lúgano · Sika – Referenz Torre Lugano, 2024 · Hispanopedia – Torre Lúgano
2002
Baskisch an der Costa Blanca
- Höhe
- 148 m
- Bauherr
- José Ignacio de la Serna
Neguri Gane ist nach Neguri benannt, dem Villenviertel in Getxo bei Bilbao, in dem die Industriellen der Stadt wohnten. Auch der Bauherr kam aus dem Baskenland: José Ignacio de la Serna aus der Provinz Bizkaia, der später auch das Intempo begann.
Mit dem runden Betonturm nahm er der Torre Levante den Titel des höchsten Gebäudes von Benidorm ab. Höchstes Wohnhaus Spaniens blieb Neguri Gane bis zur Fertigstellung der Torre Lúgano 2007.
Neguri Gane →Torre Levante →Intempo →
Quellen: Hispanopedia – Neguri Gane · Wikipedia EN – Neguri Gane · Valencia Plaza, 2015
1963–2007
Hochhäuser mit Seriennummer
- Erster Turm
- Torre Coblanca
- Höchste Nummer
- Coblanca 41 (2007)
Die Torre Coblanca war das erste Werk der Baufirma Coblanca, deshalb tragen Firma und Turm denselben Namen. Daraus wurde eine Hausmarke: Die Coblanca-Häuser zählen sich durch die Stadt, bis Coblanca 41 im Jahr 2007. Ähnlich ist es bei den „Gemelos“, den Zwillingen, paarweise gebauten Türmen bis Gemelos 28. Die Zahl im Namen verrät also den Bauherrn, nicht die Hausnummer. Auch das Dach der ersten Coblanca hat ein berühmtes Vorbild: Seine Pergola ist dem Pirelli-Hochhaus von Gio Ponti in Mailand nachempfunden.
Torre Coblanca →Coblanca 41 →Gemelos 26 →
Quellen: Universidad de Alicante (RUA) – Torre Coblanca · Hispanopedia – Torre Coblanca
1783
Ein Name von 1783
- Zweitname
- Edificios Xixo
- Belegt seit
- 1783
Die Türme Sol de Poniente heißen auch „Edificios Xixo“. Das ist kein Werbename, sondern ein alter Flurname. Laut Diccionari de Benidorm geht er auf den Spitznamen einer Person zurück und ist seit 1783 belegt. Gesprochen wird er etwa „Schischo“. Auch das Bachbett und die Avenida de Xixo tragen ihn.
Sol de Poniente →
Quellen: Diccionari de Benidorm – Xixo · Hispanopedia – Sol de Poniente · Benidorm Film Office – Avenida de Xixo
1963
Hochkant statt flach
Wie erklärt man das Benidorm-Modell? In Benidorm erzählt man sich, bei der Überarbeitung des Plans um 1963 habe ein Architekt eine Zigarettenschachtel auf den Tisch gelegt, einmal flach, einmal hochkant: Das Volumen bleibt gleich, hochkant braucht es aber viel weniger Boden. Wer es war, nennt keine der Quellen; manche Erzählungen machen aus der Zigaretten- eine Streichholzschachtel. Der Soziologe Mario Gaviria zeigte später, dass das Bauvolumen in der Praxis trotzdem wuchs.
Vom Planer Francisco „Paco“ Muñoz ist eine andere Geschichte überliefert: Er habe seinen Planvorschlag mit „cuatro rayajos“ eingereicht, vier Kritzeleien. Bürgermeister Pedro Zaragoza nahm ihn an und machte Muñoz zum Stadtarchitekten, ehrenhalber, denn Geld für ein Gehalt hatte die Gemeinde nicht. Der Architekt Óscar Tusquets wunderte sich später, dass in Benidorm Aufzüge und Treppen nicht zur Baufläche zählten.
Quellen: Valencia Plaza – Benidorm, érase una vez un plan · Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2016 · Juan-José Chiner Vives, Los orígenes de la ciudad vertical, 2006 · Mª Nieves Higueras López, Benidorm, estudio de su modelo urbanístico (Proyecto Fin de Grado), 2012
1955
Zu breit für sieben Autos
- Fahrzeuge 1955
- 7
Den ersten Entwurf des Bebauungsplans lehnte die Provinzkommission für Städtebau ab, auf Betreiben der Bürgermeister von Alicante und Elche. Der Grund: Die geplanten Straßen waren breiter als manche Hauptstraße in Madrid und Alicante. Im Fahrzeugregister von Benidorm standen 1955 gerade sieben Fahrzeuge, Lastwagen und Pkw zusammen. Die Planer mussten viele Straßen schmaler machen, allen voran die Avenida del Mediterráneo.
Zaragoza selbst erzählte später, er habe für eine der Avenidas 80 Meter gewollt; die Eigentümer hielten 10 Meter für genug, gebaut wurden 40.
Quellen: Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2012 · Miriam Ponce, Así se lee Benidorm (Universidad de Alicante), 2022
1956
Bohnen auf der Prachtstraße
- Breite der Avenida
- 40 m
Als die Avenida del Mediterráneo abgesteckt wurde, 40 Meter breit, lief die Trasse mitten durch ein Bohnenfeld. Der Bauer zog die Vermessungspflöcke nachts immer wieder aus seinem Acker. Erzählt hat das der Topograf Guillermo Campos, der für den Plan von 1956 Straßen und Gärten vermaß, 1996 in einem Interview.
Campos berichtete auch, die Gemeinde habe vor dem Entwurf der Levante-Promenade Pläne von Berlin, Biarritz und der Côte d'Azur studiert.
Quellen: Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2016
1962–1963
Nur für Hotels – ein Jahr lang
- Hotelreserve
- ab 10.000 m²
- Hotelbonus
- +30 % Volumen
1962 schuf Benidorm eine Hotelreserve: In einer Zone der Gartenstadt durften Grundstücke über 10.000 Quadratmeter nicht geteilt und nur für Hotels genutzt werden, mit 3 Kubikmetern Bauvolumen je Quadratmeter. Schon 1963 wurde die Regel wieder aufgehoben, die Zone wurde gewöhnliche Gartenstadt.
Länger hielt ein anderer Anreiz von 1962: Hotels mit vier oder fünf Sternen durften 30 Prozent mehr Volumen bauen, wenn ihr Grundstück doppelt so groß war wie vorgeschrieben. Laut einer Abschlussarbeit von 2012 bauten manche Häuser das Plus auf Vorschuss und bekamen die höhere Kategorie dann nicht.
Quellen: Mª Nieves Higueras López, Benidorm, estudio de su modelo urbanístico (Proyecto Fin de Grado), 2012 · Pedro Touceda Gutiérrez, Reconstrucción del desarrollo urbano de Benidorm (TFG, ETSAM-UPM), 2024
1966
Ein Geschoss mehr für einen Laubengang
- Bonus
- 1 Geschoss
- Gültig
- 1966–1990
1966 bekam die Bauordnung eine Tauschregel für Altstadt und Altstadterweiterung: Wer im Erdgeschoss einen öffentlich begehbaren Arkadengang anlegte, durfte ein Geschoss höher bauen. Wie tief der Gang sein musste, hing von der Straße ab: 2 Meter bei Straßen bis 6 Meter Breite, ein Drittel der Breite bei 6 bis 12 Metern, 4 Meter bei breiteren Straßen. Der Plan General von 1990 strich den Bonus wieder.
Quellen: Mª Nieves Higueras López, Benidorm, estudio de su modelo urbanístico (Proyecto Fin de Grado), 2012 · Pedro Touceda Gutiérrez, Reconstrucción del desarrollo urbano de Benidorm (TFG, ETSAM-UPM), 2024
2003
Der liegende Wolkenkratzer
- Länge
- 97,2 m
- Spannweite
- 64,8 m
- Namen im Glas
- rund 62.000
In der Stadt der Türme liegt ausgerechnet das Rathaus waagerecht: ein gläserner Riegel von 97,2 Metern Länge und 12 Metern Höhe, der wie ein umgekippter Wolkenkratzer, ein „rascacielos tumbado“, über dem Platz am Eingang des Parc de l'Aigüera schwebt. Zwei stählerne Fachwerkträger tragen ihn auf nur vier Betonpfeilern. Zwischen den Pfeilern spannen sie 64,8 Meter, nach Westen kragen sie 21,6 Meter frei aus.
Die Idee des Stadtarchitekten José Luis Camarasa hatte einen praktischen Grund: Das Parkhaus unter dem Platz mit über 600 Stellplätzen musste während der Bauzeit in Betrieb bleiben, und der Weg in den Park sollte frei sein. Vier große Kräne hoben die Stahlträger binnen einer Woche auf die Pfeiler. Gebaut haben Dragados und ECISA. Ins Fassadenglas sind die Namen der rund 62.000 Einwohner geätzt, die im Januar 2002 gemeldet waren.
Quellen: Jordi Vilà García, Abschlussarbeit (TFG), 2019 · Arquitectura Viva – Ayuntamiento de Benidorm · Ajuntament de Benidorm – Parc de l'Aigüera
2020
Mode zwischen den Giganten
- Türme
- 6
- Fototage
- 1
Die Benidormer Fotografin María José Lozano inszenierte mit Salvador Mira für die Serie „Benidorm Vertical“ eine Modestrecke vor den sechs höchsten Türmen der Stadt: Intempo, Bali, Torre Lúgano, Neguri Gane, Kronos und Don Jorge. Alles entstand an einem einzigen Tag. Das New Yorker Modemagazin Kaygod druckte die Bilder 2020, ein zweites, Nephilim, kündigte sie an. Die Idee: zeigen, dass Benidorms Skyline neben New York oder Dubai bestehen kann.
Intempo →Gran Hotel Bali →Edificio Don Jorge →
Quellen: Alicante Plaza, 2020
1993
Dünn wie kein anderer
- Höhe
- 116 m
- Schlankheit
- etwa 1:13
Der Architekturkritiker Luis Fernández-Galiano nannte Costa Blanca I das schlankste Bauwerk Spaniens. Die Zahlen des Statikers Florentino Regalado erklären das: Die tragenden Wandscheiben sind nur 8,50 Meter breit, die Schlankheit liegt bei etwa 1 zu 13. Bei 116 Metern Höhe steht der Turm damit auf einer sehr schmalen Basis. Regalado rechnete auch die Torre Levante von 1985. Dort fielen die aussteifenden Wände laut seinem Bericht klein aus, weil die Ladenflächen im Erdgeschoss so viel wert waren.
Costa Blanca I →Torre Levante →
Quellen: Arquitectura Viva – Benidorm en positivo · Revista de Obras Públicas, 2014
1965
Keine Hotels auf der Insel
- Grünzone seit
- Mai 1965
Ausländische Investoren kündigten Mitte der 1960er-Jahre an, auf der Isla de Benidorm Hotels bauen zu wollen. Die Stadt kam ihnen zuvor: Im Mai 1965 erklärte sie die Insel zur Grünzone, 1966 bestätigte die Provinzkommission für Städtebau den Beschluss. Seitdem darf dort nur die Gemeinde bauen, und nur für öffentliche Zwecke.
Laut dem Lokalhistoriker-Blog Astrolabio stand die Insel damals auf einer staatlichen Verkaufsliste, und die Anfragen kamen von Interessenten aus Madrid. 1970 widmete die Stadt die Insel allen spanischen Journalisten, als „Isla de los Periodistas“.
Quellen: Mª Nieves Higueras López, Benidorm, estudio de su modelo urbanístico (Proyecto Fin de Grado), 2012 · Pedro Touceda Gutiérrez, Reconstrucción del desarrollo urbano de Benidorm (TFG, ETSAM-UPM), 2024 · Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2016 · Astrolabio (Juan J. F. Díaz), 2015
1950er/60er
Sonne in Flaschen
Für seine Werbereisen durch Europa und bis nach Amerika nahm Benidorm Gastgeschenke mit: Turrón und einen in Monóvar abgefüllten Wein mit dem Etikett „Sol de Benidorm embotellado“, Benidorms Sonne in der Flasche. Mit den Geschenken im Gepäck sprachen die Gesandten der Stadt mit Reiseveranstaltern und Banken über neue Gäste und Kredite für Hotels.
Quellen: Tomás Mazón, Benidorm. Un destino turístico de altura, Gran Tour nº 2, 2010
Hotel Victoria
Der erste Pool war ein Bewässerungsbecken
- Zimmer
- 34
- Bauherr
- José Moncho Mayor
Pools gehören heute zu fast jedem Benidormer Hotel. Den ersten hatte laut dem Hotelkatalog des Stadtarchivs das Hotel Victoria an der Straße nach Valencia, angelegt in einem Becken, das vorher die Felder bewässert hatte. Bis sich Hotelpools in der Stadt durchsetzten, vergingen danach noch Jahre.
Das Hotel hatte 34 Zimmer und gehörte José Moncho Mayor. Ein Projekt von 1957 stammt von Francisco Muñoz Llorens, dem Verfasser des Bebauungsplans von 1956. Ob das heutige RH Victoria an der Vía Emilio Ortuño auf dasselbe Haus zurückgeht, ist nicht belegt.
Hotel RH Victoria →
Quellen: Juan-José Chiner Vives (Hg.), Los hoteles del paraíso 1954–1964, 2005 · Histobenidorm, 2013
1950er/60er
Rabatt, wenn die Sonne fehlt
- Nachlass
- 25 % (Nov.–März)
- Zimmer
- 20
Das Hotel L'Illa an der Playa de Levante, früher „Pocho Inn“, versprach im Prospekt: Von November bis März gibt es 25 Prozent Nachlass auf die Pension, wenn die Sonne nicht scheint. Abends warb es mit Abenden zur Gitarre von „Pocho“, dem Namensgeber des Hauses.
Eine Abschlussarbeit von 2012 erzählt die Geschichte noch großzügiger: Ende der 1950er-Jahre habe das Hotel für jeden Tag ohne Sonne gar keine Pension berechnet.
Quellen: Juan-José Chiner Vives (Hg.), Los hoteles del paraíso 1954–1964, 2005 · Mª Nieves Higueras López, Benidorm, estudio de su modelo urbanístico (Proyecto Fin de Grado), 2012